Flamingoblume nicht immer wunschlos

Die aparten lackroten Aronstabblüten machen die kleine Flamingoblume (Anthürium scherzerinum) zu einer vielumschwärmten Zimmerpflanze. Die Hauptblütezeit im Frühling währt etwa vier Monate, doch erfreut sie uns auch in den übrigen Monaten des Jahres vereinzelt mit ihren herrlichen Blüten, die an Orchideen erinnern. Eine Verwandtschaft mit dieser Pflanzenfamilie liegt jedoch nicht vor, nur die Heimat haben einige mit ihnen gemeinsam, nämlich die Urwälder Mittel- und Südamerikas, wo sie auf Bäumen in Humusablagerungen wurzeln. Das Anthurium verträgt unsere warmen Wohnungen recht gut und darf deshalb zu den ganz modernen Zimmerpflanzen gerechnet werden.

Flamingoblume öfters Umtopfen

Wenn die Hauptblütezeit der Flamingoblume zu Ende geht, haben wir die beste Gelegenheit zum Umtopfen, was etwa alle zwei Jahre nötig ist. Leider unterlaufen hierbei oftmals Fehler, so dass die Pflanze hinterher zu kümmern beginnt. Als Baumaufsitzer braucht das Anthurium einen besonders groben, luftdurchlässigen, sauer reagierenden Pflanzstorf. Wer Einheitserde zur Verfügung hat, setzt zur Hälfte groben, langfaserigen Torf zu. Nimmt man eine andere Erde, so ist außer 50 Prozent Torf noch Sumpfmoos (Sphagnuin) unterzumischen. Man lasse Anthurien nicht zu alt werden, sondern teile sie beim Versetzen durch Abnehmen der jungen Seitenpflanzen, die bald besser blühen als die Mutterpflanze.

Flamingoblume nach Umtopfen viel gießen

Nach dem Umtopfen der Flamingoblume wird zunehmend gegossen und viel gespritzt. Gut eingewurzelte Pflanzen brauchen reichlich Wasser. Es soll kalkfrei und warm sein. Am besten geeignet ist sauberes Regenwasser. Steht nur kalkhaltiges Leitungswasser zur Verfügung, so muss es durch Zusatz von Aquisal-Tabletten enthärtet werden. Der Kalk setzt sich in einigen Stunden in Form feinster weißer Kristalle auf dem Boden des Gefäßes ab. Gießt man das Wasser vom Bodensatz vorsichtig ab, dann hat man weiches, regenähnliches Gießwasser, das dem Anthurium gut bekommt.

Da die Erde durch Torfbeimischung verhältnismäßig nährstoffarm ist, gibt man bei Wachstumsbeginn der Flamingoblume oder einen Monat nach dem Umtopfen alle 8 bis 14 Tage eine stickstoffreiche Volldüngung. Besonders zu empfehlen sind die neuen Flüssigdünger. In der warmen Jahreszeit wünscht die kleine Flamingoblume viel Licht, doch keine Mittagssonne. Gelingt es, die Pflegeansprüche zu erfüllen, dann bereitet diese Pflanze lange Freude.

Flamingoblume – Ruhepause beachten!

Eine weitere wichtige Voraussetzung für die nächstjährige Blüte ist, dass im Spätherbst und Frühwinter der Flamingoblume eine Ruhepause gegeben wird. Günstig wirkt sich, ein heller, sonniger Platz in einem warmen, lüftbaren Raum bei 16 bis 18°C aus. Das Gießen wird stark eingeschränkt. Durch Warmhalten ab Februar (20 bis 25 Grad °C) und häufiges Spritzen mit weichem Wasser kommt es zu zeitiger Blütenentwicklung, etwa ab März. Man gießt dann wieder mehr und gibt ab April wöchentlich etwas Dünger ins Gießwasser. Die Flamingoblume öffnet sich so besser und hält länger. Gut versorgte Pflanzen bleiben auch im Laub gesund. Wo sich gelbbraune Spitzen zeigen, fehlt es meist an Nahrung und Wasser. Hat man sich erst an den Lebensrhythmus dieser schönen Pflanze gewöhnt, dann macht die Pflege der Flamingoblume sicher keine große Mühe.

 

Bild: Winfried, Ronile35, Maja Dumat /Flickr.

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