Nachwuchsfreudiges Brutblatt

Das zu den Dickblattgewächsen gehörende Brutblatt (Bryophyllum) ist in Madagaskar und anderen tropischen Gebieten beheimatet. Schon zu Urgroßmutters Zeiten wurde es bei uns als Zimmerpflanze gehalten und hat, nicht zuletzt wegen der interessanten Art seiner Vermehrung, bis heute nichts an Beliebtheit eingebüßt. An der Spitze der Blätter oder entlang dem Blattrand bilden sich in Mengen Brutpflänzchen, die bei leichter Berührung abfallen und auf feuchter Erde rasch Wurzeln schlagen. Mitunter kommt es auch bereits am Ursprungsort zur Wurzelbildung. Innerhalb von kurzer Zeit können wir uns so eine ganze Sammlung von Brutblättern zulegen, bis schließlich der Platzmangel eine Grenze setzt. Wohl oder übel müssen wir die Brutpflänzchen dann Ihrem Schicksal überlassen.

Brutblatt toll auch für Kinder

Sie fallen auf das Fensterbrett, Wurzeln mitunter auch in den Blumentöpfen in der Nähe stehender Pflanzen – was nicht ganz in unserem Sinn ist – und auch im Topf der Mutterpflanze. Mit etwas Umsicht werden wir des übermäßigen Segens an Brutpflanzen aber leicht Herr. Alles in allem ist es eine reizvolle Sache, auch für Kinder, sich mit dem Brutblatt näher abzugeben.
Die Kultur ist denkbar einfach. Am wohlsten fühlt sich das Brutblatt in Einheitserde. Die Aufstellung erfolgt am hellen Fenster (nicht prallsonnig). Gegossen wird normal, im Winter weniger als im Sommer. Auf eine Düngung verzichten wir am besten ganz, da die Pflanzen sonst leicht zu mast werden. Die günstigste Überwinterungstemperatur liegt bei 10-12 Grad C. Beachten wir noch, dass die Brutblätter bei frischer Luft (im Sommer evtl. sogar am offenen Fenster) besonders gut gedeihen, werden wir bei der Kultur keine Schwierigkeiten haben.

Brutblatt – Sorten

Am schönsten ist das Brutblatt, solange es noch seine Brutpflänzchen trägt. Später wird die Pflanze leicht unansehnlich, und auch die Blüte kann hierfür keinen Ausgleich schaffen. Immerhin sollten wir das Brutblatt ruhig einmal zum Blühen bringen. Wir sorgen- auf jeden Fall rechtzeitig für Ersatz, zumal uns die Nachzucht ja tatsächlich so leicht gemacht wird. Die Jungpflänzchen lässt man auf feuchter Erde Wurzeln bilden. Etwas größer geworden, pflanzt man sie einzeln oder auch zu mehreren in einen Topf. Am besten entwickelt sich das Brutblatt natürlich bei Einzelpflanzung.

Bekannte Arten sind Bryophyllum crenatum mit breiten, gezähnten, fleischigen, später dicht mit Brutpflänzchen besetzten Blättern und wenig auffallender Blüte, ferner Bryophyllum tubiflorum mit schmalen, dichtstehenden, walzenförmigen und stängelartigen Blättern. Bei der zuletzt genannten Art sitzt die Brut in Büscheln an den Blattspitzen. Die Blüte von Bryophyllum tubiflorum ist weit ansehnlicher als die von Bryophyllum crenatum. Altpflanzen kann man übrigens auch zurückschneiden. Sie entwickeln dann wieder neue Triebe. Die abgeschnittene Krone lässt sich als Steckling benutzen.

 

Bild: Gravitat-Off/Flickr.

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