Wärmedämmung

Wärmedämmung soll den Durchgang von Wärmeenergie durch eine Hülle reduzieren, um einen Bereich entweder vor Abkühlung oder Erwärmung zu schützen. Wärmedämmung wird eingesetzt, um den Heizwärmebedarf von Gebäuden zu minimieren, um technische Prozesse zu ermöglichen oder deren Energiebedarf zu verringern, sowie bei Bekleidung, um den Körper vor Auskühlung zu schützen. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise die Verhinderung von Frostschäden oder der Schutz von Lebensmitteln, aber auch der Schutz von Raumflugkörpern durch ein Hitzeschild. Eine andere, eher umgangssprachliche Bezeichnung für Wärmedämmung ist Isolierung oder Wärmeisolierung. Im englischen Sprachraum wird nur dieser Begriff benutzt. (Englisch: thermal insulation). Bei Wärmedämmung im Bauwesen spricht man auch von Bauisolierung. (Englisch: building insulation).

Wärmedämmung – Immobilien

Während der historischen Entwicklung von Gebäuden hatte die Wärmedämmung einen relativ geringen Stellenwert, obwohl Heizenergie in Form von Brennholz und Kohle äußerst knapp und somit teuer waren. Auch die dafür geeigneten Baustoffe und Bauelemente waren damals kaum vorhanden. In der Regel wurde in Wohnungen nur ein einziger Raum tagsüber beheizt. Erst ab den 1960er Jahren stand Heizenergie in Form von Heizöl in Deutschland ausreichend und billig zur Verfügung. Dies und steigende Ansprüche an den Wohnungskomfort förderten das Entstehen von durchgängig beheizten Gebäuden mit nur mäßiger Wärmedämmung. Ab der ersten Ölkrise 1973 und weiteren Energieverknappungen entstand – auch im Zusammenhang mit der Diskussion um Klimaerwärmung und Nachhaltigkeit – ein Bewusstsein für die allgemeine Notwendigkeit und wirtschaftliche Nützlichkeit der Wärmedämmung. In Deutschland trat 1977 die erste Wärmeschutzverordnung für Gebäude in Kraft, welche ab 2002 von der bis heute laufend novellierten Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst wurde.

Funktionsweise – Wärmedämmung

Wärme wird durch drei Mechanismen übertragen:
Wärmeleitung : Die Wärme wird durch die Bewegung von Molekülen weitergegeben. Stoffe mit hoher Dichte leiten Wärme meist besser als Stoffe mit einer geringen Dichte. Stahl leitet Wärme besser als Holz. Dämmen bedeutet, Molekülketten durch Wahl der Werkstoffe und konstruktive Anordnung zu verlängern oder zu unterbrechen.
Wärmestrahlung : Die Wärme wird durch elektromagnetische Wellen weitergegeben, deren Übertragung durch zwei Faktoren gemindert werden kann.
Möglichst niedriger Emissionsgrad durch glatte, spiegelnde Flächen.
Verringerung der Oberflächentemperatur des zu dämmenden Körpers durch eine Isolierung.
Nach diesen Prinzipien funktionieren auch Rettungsdecken und verspiegelte Fensterscheiben.
Konvektion :Die Wärme wird durch Strömungen in Gasen oder Flüssigkeiten transportiert. Wärmedämmung bedeutet, die Wärmeströmungen zu unterbrechen.

Viele Dämmstoffe vereinigen mehrere Dämmeigenschaften bzw. Funktionen:

  • Gebräuchliche Strukturgeometrien sind:
  • Granulat
  • Faserwerkstoff
  • Fester Schaum
  • Gebräuchliche Formen sind:
  • Haufwerk
  • Faserverbundwerkstoff
  • Textile Matte
  • Platte
  • Gebräuchliche Materialien sind:
  • Mineralische Fasern wie Steinwolle, Glaswolle
  • Fasern aus natürlichen organischen Materialien wie Holzfaserwerkstoff, Holzfaserdämmplatte, Zellstoffverbundelemente, Holzwolle, Zellulose, Hanf, Flachs, Kokos, Wolle, Schilfrohrplatten
  • Künstliche organische Schäume wie Polyethylen, Polystyrol, Neopor, Polyurethan, Resolschaum
  • Mineralische Schäume wie Porenbeton, Bimsstein, Perlite, Blähton, Blähglimmer, Calciumsilikat-Platten (vorzugsweise für Innendämmung von Außenwänden), Schaumglas
  • Zelluloseflocken zum Einblasen in Hohlräume und -dämmplatten , Hanf-Leichtlehm, Ceralith, Blähglas, Blähton (Thermosit: nicht mehr auf dem Markt, bei Renovierungen aber noch auffindbar), Kork
  • Vakuumdämmplatten
  • Aerogel

Gesundheitsgefahren bei der Wärmedämmung

Die Folgen bauphysikalischer Fehler sind oft schleichend (z.B. Schimmelbildung) und es werden daher manchmal falsche Ursachen für eine aufgetretene Gesundheitsbeeinträchtigung vermutet. Oft wird z.B. nicht ausreichend gelüftet (aus Prinzip oder wegen längerer täglicher Abwesenheit), sodass die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen zu hoch wird. Abhilfe kann dann eine Kontrollierte Wohnraumlüftung schaffen. In den USA haben mehrere Bundesstaaten die Dämmung von Wohnimmobilien durch vorgefertigte Platten aus Polystyrol, Polyurethan, Glas- oder Steinwolle bereits verboten – um die Gesundheit der Bewohner vor Schimmelpilzbefall zu schützen. In Oregon erfolgte das Votum der Politiker einstimmig: Alle 26 Senatoren entschieden schon im Juli 2007, dass fortan keine Wohnhäuser im Küstenstaat mehr mit einfachen Wärmedämmverbundsystemen ummantelt werden dürften. Demokraten und Republikaner in der Hauptstadt Salem waren sich einig, dass die in den USA Exterior Insulation and Finish Systems, kurz EIFS, genannten Wärmedämmverbundysteme gravierende Krankheiten auslösen können.Zuvor hatte unter anderem der US-Bundesstaat North Carolina seine Bauvorschriften so verändert, dass dadurch die Verwendung dieser Systeme unterbunden wurde. Initiiert wurde das Verbot in Oregon durch die republikanische Senatorin Jackie Winters, deren elfjährige Enkelin an einem Hirntumor erkrankt war.

 

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de  

 

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