Möbelstil

Ein Möbelstil ist das für eine bestimmte Epoche, ein Gebiet, einen Tischleroder Ebenisten beziehungsweise eine Werkstatt charakteristische, durch einheitliche, ähnliche oder vergleichbare Merkmale in der Beschaffenheit oder der Formgebung gekennzeichnete Gepräge von Möbeln. Möbelstile stehen in enger Beziehung zur allgemeinen Kulturentwicklung, zu dem jeweiligen Zeitgeist und zu den Architektur- und Kunststilen ihrer Epoche, sind mit Letzteren aber nicht identisch. So wie diese sind sie den Strömungen der Mode unterworfen.

Bestimmung beim Möbelstil

Ein Möbelstil ist das für eine bestimmte Epoche, ein Gebiet, einen Tischleroder Ebenisten beziehungsweise eine Werkstatt charakteristische, durch einheitliche, ähnliche oder vergleichbare Merkmale in der Beschaffenheit oder der Formgebung gekennzeichnete Gepräge von Möbeln. Möbelstile stehen in enger Beziehung zur allgemeinen Kulturentwicklung, zu dem jeweiligen Zeitgeist und zu den Architektur- und Kunststilen ihrer Epoche, sind mit Letzteren aber nicht identisch. So wie diese sind sie den Strömungen der Mode unterworfen.

Bauernmöbel

Bauernmöbel ist eine Sammelbezeichnung für die Stilsprache ländlicher Regionen, die teils über mehrere Generationen hinweg sehr einheitlich bleibt. Ihre Formgebung lehnt sich, oft etwas zeitversetzt, an die jeweilige Stilepoche an. So gibt es gotische, barocke oder klassizistische Formen, meist mitBauernmalerei versehen.
Die Produktion erfolgte in kleinen Familienbetrieben. Meist wurden die Möbel ausschließlich aus den billigeren Weichhölzern, wie Fichte, Tanne… gefertigt. Um diesen Makel zu kaschieren, wurden sie reich bemalt. Prächtige Ornamente, Marmorierungstechnik, und Scheinintarsien wurden aufgemalt. Besonders prunkvolle Exemplare sind zusätzlich mit Vergoldungen bzw. Versilberungen verziert, die luxuriös eingerichtete Innenräume von Schlössern, Kirchen und Klöstern zum Vorbild hatten. Insbesondere in dieser aufwendigen Art verzierte Schränke wurden häufig von Brauteltern aus dem wohlhabenden bäuerlichen Bereich erworben. Vollgepropft mit Aussteuertextilien wurden sie prestigeträchtig auf den Brautwagen mit geöffneten Türen durchs Dorf gezogen und so zur Schau gestellt.

Jenseits des ländlichen Raums dienten Bauernmöbel auch in größeren Städten wie München zur Ausstattung der Kammern von Dienstboten.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erreichte diese Art der Möbelproduktion ihren Höhepunkt. In Oberbayern entwickelte sich auf Betreiben des bayerischen Königs Maximilian II. insbesondere in der Gegend um Bad Tölz eine Herstellung in großen Stückzahlen. Als sogenannte “Tölzer Waaren” wurden sie über die Isar per Floß bis nach Linz, Wien und Budapest verschifft.

Bauernmöbel wie Truhen, Kästen, Tische, Bänke und Betten sind heute begehrte Sammlerobjekte. Sie zu besitzen, galt bereits in der Zeit um 1900 bei Künstlern wie Gabriele Münter und Wassili Kandinsky als schick und wurde von Architekten wie Gabriel von Seidl propagiert. Der Heimatstil steht in diesem Zusammenhang. In den 1960er und 1970er Jahren wiederholte sich die rege Nachfrage. Viele dieser originalen Bemalungen sind dem Antiquitätenboom der 90er-Jahre zum Opfer gefallen. Sie wurden abgebeizt. Heute werden holzrohe Nachbauten als „bäuerlich“ empfunden und alsLandhausstil angeboten. Typischerweise klassifiziert man Bauernmöbel nach Zentren der Nebenerwerbstischlerei, etwa Bünder Stil der Ostschweiz, Antholzer Möbel in Südtirol, die sehr wertvollen grünen Tirolermöbel (Alpbacher und Zillertaler Bauernkasten) oder die oft blaugrundigen oberbayrischen Möbel. In diesem Kontext ist auch der Shakerstil Amerikas zu sehen, der als autochthone Stilentwicklung auf die Wurzeln europäischer Einwanderer zurückgeht.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de 

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